Gleich an zwei herausragenden Standorten präsentiert sich das Museum der Moderne Salzburg. Werke der Klassischen Moderne sind hier ebenso vertreten wie die Kunst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowie jene der Gegenwart. Zu sehen sind nicht nur fixe Sammlungen, sondern wechselnde Ausstellungen. Dabei liegen die Schwerpunkte auf Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Grafik.

Geschichte des Museums

Das Museum der Moderne geht auf eine Stiftung von Friedrich Welz zurück. Welz war Salzburger Kunsthändler und führte die Galerie Welz. Seine Privatsammlung enthielt unter anderem Werke seines Freundes Oskar Kokoschka. Im Jahr 1983 folgte daher der Entschluss, ein eigenes Museum für diese wertvollen Gemälde zu gründen. Aus einem alten Haus in der Altstadt wurde das Salzburger Museum für moderne Kunst und graphische Sammlungen.

Dieses Altstadthaus ist das Rupertinum. Es ist einer der heutigen Standorte, der das Museum der Moderne beheimatet. Direkt gegenüber dem Festspielhaus am Max-Reinhardt-Platz steht das frühbarocke Gebäude, das heute Heimat des Museums ist. Errichtet wurde es bereits 1653 von Erzbischof Paris Lodron als Ausbildungsstätte für Priester und Beamte.

Im Jahr 1976 ging das Gebäude in den Besitz des Landes Salzburg über und wurde vom Architekten Gerhard Garstenauer adaptiert. Besonders markant an der Fassade des Innenhofes sind die “Zungenbärte”, die vom Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurden. Wie beinahe alles von diesem Künstler sorgten auch sie für heftige Diskussionen bei der Eröffnung des Museums im Jahr 1983.

Der zweite Standort

Mit der Zeit wurde der Platz im Rupertinum für die Ausstellungen zu klein. Ein zweiter Standort musste her. Gefunden wurde er im ursprünglichen Café Winkler, das Jahrzehnte lang ein beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen Salzburgs darstellte. Unmittelbar an der steilen Klippe des Berges entstand nun eine weitere Ausstellungsfläche für das Museum der Moderne. Dreieinhalb Jahre Bauzeit waren notwendig, um dem Gebäude die heutige Optik zu verleihen.

Verantwortlich dafür zeichnete sich das Münchner Architektenteam Friedrich Hoff Zwink. Es entstand ein Museum auf drei Ebenen. Die Außenmauern wurden mit Untersberger Marmor verkleidet. Vertikale Fugen gliedern den Bau. Diese Fugen haben nicht nur klimatechnische Funktion. Sie repräsentieren das Notensystem bestimmter Arien aus der Oper “Don Giovanni” von Mozart.

Raum für Kunst

2300 Quadratmeter Innenfläche bieten der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts entsprechend Raum. Zu den einzelnen Ebenen gelangen Besucher über ein großzügiges Treppenhaus. Eröffnet wurde das Haus, das Teil des Museums der Moderne Salzburg ist, im Oktober 2004 mit einer Ausstellung zum Thema “Vision einer Sammlung”.

In unmittelbarer Nähe zu dem puristischen Museumsbau steht ein sehr markantes Bauwerk, ein ehemaliger mittelalterlich anmutender Wasserturm. Gemeinsam prägen sie heute das Salzburger Stadtbild. Er wurde als Amalie-Redlich-Turm im November 2014 eröffnet und dient dem Museum der Moderne Salzburg als Räumlichkeit für die Kunstvermittlung sowie für eine Artist-in-Residence-Studiowohnung.

Die ständige Sammlung

Insgesamt beherbergt das Museum der Moderne Salzburg rund 55.000 Werke und zeigt damit eine äußerst vielfältige und umfangreiche Sammlung. Diese setzt sich zusammen aus rund 800 Gemälden, 22.000 Fotografien, 31.000 Arbeiten auf Papier, 700 Skulpturen und Installationen sowie 800 Medien- und Videoarbeiten, die auch Installationen mit elektronischen Medien beinhalten. Die Entstehungszeit der Werke reicht vom 19. über das 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Dazu zählt auch eine Fotosammlung mit rund 12.000 Titeln. Diese Sammlung betreut das Museum der Moderne für den österreichischen Bund. Seit 2014 ist das Museum der Moderne Salzburg auch für die Sammlung Generali Foundation verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine international ausgerichtete Sammlung mit rund 2.100 Werken rund um Kunst, die auf Medien und Performance basiert.

Neben dieser herausragenden Sammlung bietet das Museum der Moderne regelmäßig auch hochinteressante Ausstellungen zu speziellen Themen an. Ein Blick auf die Veranstaltungsseite lohnt sich.

Angebote für Erwachsene und Kinder

Das Museum der Moderne bietet neben Führungen auch spezielle Workshops an, bei denen Besucher nicht nur Kunst betrachten, sondern selber tätig werden können. Für Familien und Kinder wird ein ganz besonderes Programm geboten. Kinder ab fünf Jahren dürfen im großzügigen Atelier des Amalie-Redlich-Turms gerne selbst künstlerisch aktiv werden.

Sie können sich an unterschiedlichsten Materialien und Techniken versuchen und sogar ihre Geburtstage im Museum feiern. Wöchentliche Ateliers, Ferienateliers und Familiensonntage bringen dabei auch den Kleinsten die Kunst der Moderne näher.

Lage/Anreise

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag von 10.00-18.00 Uhr
Mittwoch 10.00-20.00 Uhr
Während der Festspiele: zusätzlich Montag 10.00-18.00 Uhr